Fallbeispiele aus der Praxis:

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Fallbeispiel aus der Praxis: Jungpferd (3 Jahre) mit Verdacht auf Hufrollensymptomatik
Letzte Woche durfte ich ein 3-jähriges Jungpferd begleiten 🐴✨. Dieses Fallbeispiel zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, bei jungen Pferden die Balance zwischen Behandlung, Training und Ausbildung zu beachten.
Ausgangsbefund
Bei der Untersuchung ergaben sich folgende Auffälligkeiten:
- Verdacht auf Hufrollensymptomatik – vermutlich durch ein zu frühes Anreiten durch die Vorbesitzerin
- Einzelne Blockaden, vor allem im Schulterbereich, die durch Schonhaltungen entstanden sind
Behandlung & Empfehlung
Im ersten Schritt habe ich die vorhandenen Blockaden sanft gelöst, um dem Pferd wieder mehr Bewegungsfreiheit zu geben.
Die wichtigste Empfehlung lautete jedoch:
- Reitpause für mindestens 1 Jahr – um Körper und Geist genügend Zeit zur Entwicklung zu geben
- Erst danach ein behutsames, langsames Anreiten, wenn das Pferd tragfähig genug ist und auch mental die nötige Reife mitbringt
Dieser Ansatz verhindert eine Überlastung des Bewegungsapparates und unterstützt die langfristige Gesunderhaltung.
Trainingsschwerpunkte
Parallel zur Pause wurde ein Trainingsplan erstellt, mit Fokus auf:
- Rumpfträger lösen und kräftigen
- Aufbau der tragenden Muskulatur
- Förderung einer stabilen, gesunden Bewegung
So wird Schritt für Schritt die Grundlage geschaffen, damit das Jungpferd eine gesunde Balance und Tragkraft entwickeln kann.
Fazit
Eine zu frühe Belastung kann bei jungen Pferden schwerwiegende Folgen haben – wie im Fall des Verdachts auf eine beginnende Hufrollensymptomatik. Mit einer gezielten Kombination aus Pferdephysiotherapie und Trainingstherapie lässt sich jedoch ein Weg finden, der das Pferd nachhaltig stärkt.
Geduld, gezieltes Training und ein später, sanfter Ausbildungsstart sind dabei der Schlüssel für eine gesunde Zukunft unter dem Reiter. 🌱💚

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Fallbeispiel aus der Praxis: Moji – Hypermobilität und Verdacht auf PSSM-MIM
Letzte Woche durfte ich Moji, ein Kundenpferd, behandeln. Sein Fall zeigt sehr anschaulich, wie wichtig es ist, bei bestimmten Problematiken individuell und dosiert vorzugehen.
Ausgangslage: Befund bei Moji
Bei Moji lagen folgende Themen vor:
- Hypermobilität
- Vereinzelte Blockaden
- Verdacht auf PSSM-MIM
Gerade die Kombination aus Hypermobilität und möglichen Stoffwechselthematiken stellt Pferd und Therapeut vor besondere Herausforderungen.
Warum Hypermobilität eine gezielte Therapie erfordert
Hypermobilität bedeutet, dass die Gelenke und Strukturen des Pferdes über das normale Maß hinaus beweglich sind. Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht positiv – in der Praxis zeigt sich jedoch, dass hypermobile Pferde oft weniger Stabilität in ihrem Bewegungsapparat haben.
👉 Wird in der Behandlung „zu viel auf einmal“ gelöst, verlieren diese Pferde ihre gewohnten Kompensationen – also die „eingebauten Stützen“ ihres Körpers. Fehlen diese plötzlich, entsteht Instabilität, die das Pferd im Alltag deutlich belasten kann.
Therapieansatz: Schrittweise und dosiert
In der Pferdephysiotherapie ist deshalb entscheidend, die Behandlung sehr dosiert einzusetzen. Ziel ist nicht, sofort alle Blockaden und Verspannungen zu lösen, sondern den Körper nach und nach dabei zu unterstützen, ein neues, gesundes Gleichgewicht zu entwickeln.
Wichtige Bausteine bei Moji:
- Sanfte physiotherapeutische Behandlung zur Lösung einzelner Blockaden
- Gezieltes Training, um die Rumpfstabilität und tragende Muskulatur aufzubauen
- Schulung des Bewegungsablaufs, damit Moji ein gesundes Gangbild neu erlernen kann
Fazit: Balance und Kraft entstehen Schritt für Schritt
Bei hypermobilen Pferden wie Moji ist Geduld der Schlüssel. Mit einem klaren Therapie- und Trainingsplan entsteht langfristig mehr Stabilität, Balance und Kraft. Physiotherapie und Trainingstherapie greifen dabei optimal ineinander und helfen, die Gesundheit des Pferdes nachhaltig zu sichern.